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Kommunale Rattenbekämpfung / Rattenbekämpfung in der Kanalisation

G. 1.1. Kommunale Rattenbekämpfung und die Bekämpfung von Ratten in der Kanalisation sind gesellschaftliche Verpflichtungen im Rahmen des Infektionsschutzes. Ratten können eine Vielzahl von Krankheiten übertragen, wie z.B.

-        Pesterreger

-        Salmonellen

-        Thyphus

-        Tollwut

-        Ruhr

-        Cholera

-        Maul- und Klauenseuche

Das Infektionsschutzgesetz § 17 fordert die Bekämpfung von tierischen Schädlingen, wenn die Gefahr begründet ist, dass Krankheitserreger verbreitet werden. Aufgrund der Lebensweise von Wanderratten (Rattus norvegicus) ist bei einem Rattenbefall im Siedlungsgebiet von Menschen immer die Gefahr begründet, dass Krankheitserreger verbreitet und auf Menschen übertragen werden.

Deswegen sind Ratten im Siedlungsgebiet von Menschen in der Bundesrepublik Deutschland bekämpfungspflichtig. Wenn ein Rattenbefall im urbanen Bereich festgestellt wird, hat die zuständige Behörde alle Maßnahmen zur Bekämpfung des Rattenbefalls, bis zur Tilgung anzuordnen. Deswegen ist ein Rattenbefall in vielen Bundesländern anzeigepflichtig.

Haben Sie Fragen zu den gesetzlichen Grundlagen der Rattenbekämpfung? Rufen Sie uns an, wir beraten Sie über geltenden Vorschriften in der Rattenbekämpfung,

Kontakt:  Tel. 06441 8 97 03 27 oder senden Sie uns ein Email unter dr-ahrens-sbk@t-online.de

 

G.1.2. Traditionell wurden Wanderratten in der Kanalisation durch das Einhängen von Köderblöcken an einem Draht kurz über dem Bankett bekämpft. Viele Kommunen haben regelmäßig ihr Kanalnetz präventiv gegen Wanderratten bekämpfen lassen. Dabei wurden die Giftköder halbjährlich oder jährlich in die Kanalschächte gehängt. Nicht gefressene Köder haben sich innerhalb der Zeit zwischen den Bekämpfungsmaßnahmen aufgelöst und sind anschließend in die Kläranlage gelangt.

Das hat vermutlich zu Rückständen von Nagetierbekämpfungsmitteln in Gewässern geführt, wie das Umweltbundesamt (UBA) in früheren Studien herausgefunden hat.

G. 1.3. Mit der ersten Zulassung von Rodentiziden (Nagetierbekämpfungsmittel) nach EU – Biozidverordnung wurden bereits wirksame Maßnahmen gefordert, den Eintrag von Nagetierbekämpfungsmitteln in die Umwelt durch Risikominderungsmaßnahmen (RMM 7/2014) zu minimieren. In der Kanalsiation dürfen die rodentiziden Köder nicht mehr hängen bleiben, bis diese abfallen, sondern alle restlichen Köder müssen am Ende einer Bekämpfungsmaßnahme aus den Schächten entnommen und sachgerecht entsorgt werden. Außerdem müssen die Köder alle 2 – 3 Wochen kontrolliert und deren Verbleib dokumentiert werden. Dauerbekämpfungsmaßnahmen zu Prophylaxezwecken (vorbeugend) sind auch in der Kanalisation nicht mehr zulässig. Eine Bekämpfung von Kanalratten mit Giftködern darf erst erfolgen, wenn ein Befall mit Wanderratten in der Kanalisation festgestellt wird.

Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen zur Minimierung der Einträge von Nagetierbekämpfungsmitteln in die aquatische Umwelt wurde vom Umweltbundesamt leider noch nicht überprüft.

Im Rahmen der kürzlich erfolgten Wiederzulassung von Rattenbekämpfungsmitteln nach EU-Biozidverordnung wurden zusätzliche Anwendungsvorschriften für die Auslegung von Rattengift in der Kanalisation erlassen. Das hat zu einer erheblichen Verunsicherung der Betreiber von kommunalen Abwassersystemen und professionellen Schädlingsbekämpfern bei der Bekämpfung von Kanalratten geführt.

Aus der Wiederzulassung von Rattenbekämpfungsmitteln ergibt sich folgende neue Anwendungsvorschrift:

Die Köder in der Kanalisation müssen so angewendet werden, dass sie nicht mit Wasser in Kontakt kommen und nicht weggespült werden.

Wie schütze ich den Köder vor Kontakt mit Wasser / Abwasser im Kanalschacht?

Auf der Grundlage dieser Anforderung haben findige Geschäftleute versucht, eine gesetzliche Verpflichtung für den Einsatzes von extrem teuren Köderschutzstationen in der Kanalisation zu rechtfertigen. Es wurden fragwürdige Rechtsgutachten in Fachzeitschriften für Kommunaltechnik veröffentlicht, welche auf umstrittenen Grundlagen beruhen.

Vor allen Dingen ist die Antwort auf folgende Frage strittig:

Stammen die Rückstände von Rodentiziden in Gewässern wirklich aus der (aktuellen) kommunalen Rattenbekämpfung?

Diese Frage wird im Rahmen eines offenen Briefes an das Umweltbundesamt in einer aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Der praktische Schädlingsbekämpfer (DpS 5/2021)“ kontrovers diskutiert. Der Verfasser des offenen Briefes äußert darin begründetet Zweifel, dass es zu relevanten Einträgen von Rattenbekämpfungsmittel in die Gewässer kommt, wenn die entsprechenden Risikominderungsmaßnahmen (RMM) so umgesetzt werden, wie es ab 7/2014  durch die Zulassungsunterlagen vorgeschrieben ist.

 

G.1.4. Wir führen für Sie rechtskonforme Bekämpfungsmaßnahmen gegen Wanderratten auf Ihren Liegenschaften und in der Kanalisation Ihrer Stadt oder Gemeinde durch. Lassen Sie sich von uns über die Möglichkeiten der Rattenbekämpfung in der Kanalisation beraten.

Kontakt:  Tel. 06441 8 97 03 27 oder senden Sie uns ein Email unter dr-ahrens-sbk@t-online.de

Unsere Bekämpfungsmaßnahmen gegen Wanderratten in der Kanalisation entsprechen den aktuellen Zulassungsvorschriften.

Nach der Auftragserteilung gehen wir nach folgendem Verfahren vor:

-        Feststellung der Befallssituation mit Wanderratten in der Kanalisation durch visuelle Inspektion der Schächte und das Auslegen von giftfreien Ködern (Monitoring).

-        Kanalschächte mit Oberflächenwasser im Getrenntwassersystem und Schächte im Rückstaubereich von Pumpstationen werden nicht mit Giftködern belegt.

-        Einhängen von wirkstoffhaltigen Köderblöcken nur in den Befallsbereichen.

-        Unsere Köder besitzen eine diffussionsoffene Verpackung, die vor schnellem Zerfall der Köder in feuchten Schächten schützt.

-        Die Köderblöcke sind einige Zentimeter über dem Bankett befestigt und haben keinen Kontakt mit Wasser / Abwasser.

-        Unsere Köderblöcke sind stabil an einem Draht gegen Wegschwemmen gesichert, auch bei Starkregenereignissen

-        In der Kanalisation verwenden wir das Verfahren der Pulsbeköderung (Auslegen von geringen Mengen Ködermaterials)

-        Wir kontrollieren die Köder nach 2 Wochen und anschließend alle 2 – 3 Wochen.

-        Die Fraßaktivität und der Verbleib der Köder wird nachvollziehbar dokumentiert.

-        Wir ersetzen gefressene Köder so oft, bis wir die Tilgung des Befalls feststellen können.

-        Am Ende einer Bekämpfungsmaßnahmen gegen Kanalratten werden alle restlichen Köder aus den Kanalisation entnommen und fachgerecht entsorgt.

 

Gerne erstellen wir Ihnen ein Angbebot für die Rattenbekämpfung in Ihrer Kanalisation oder auf Ihren kommunalen Liegenschaften. Wir sind ein regionales Unternehmen aus Mittelhessen und führen Dienstleistungen um Umkreis von 100 km um Wetzlar durch.

Sie erreichen uns unter der Telefonnummer 06441 8 97 03 27 oder senden Sie uns ein

Email unter dr-ahrens-sbk@t-online.de

Dr. Ahrens Schädlingsbekämpfung GmbH
Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung
TÜV-zertifizierte Dienstleistung nach DIN EN 16636:2015

Rattenbekämpfung in der öffentlichen Kanalisation

Das Umweltbundesamt (UBA) ist bestrebt, neben den rechtsverbindlich umzusetzenden Anwendungsvorschriften aus der Biozidzulassung weitere Einschränkungen für den Einsatz von rodentiziden Präparaten in der Kanalisation zu etablieren!

Im Juni 2020 veröffentlichte das Umweltbundesamt seinen Abschlussbericht über die Ursachen für die Gewässerbelastung mit Rodentiziden. Es kommt dabei zu dem Schluss, dass die Ausbringung von ungeschützten Fraßködern am Draht in Entwässerungssysteme zur Freisetzung von antikoagulanten Rodentiziden ins Abwasser führt und damit eine Hauptursache für die Rückstände in der aquatischen Umwelt darstellt. Auch die Rattenbekämpfung in Uferbereichen, Deichen oder in der Nähe von Drainagen und Abwasserableitungssystemen wird als Quelle für den Eintrag der Wirkstoffe in die aquatische Umwelt dargestellt. Als einziges, praktikables Verfahren zur Verhinderung von Rückständen bei der Rattenbekämpfung stellt das UBA den Einsatz von Köderschutzstationen dar, die einen Kontakt der Köder mit Wasser verhindern sollen.

Auf der Grundlage dieser Schlussfolgerungen, werden rechtliche Bewertungen von Rechtsanwälten in Fachzeitschriften veröffentlicht und Anwendungsvorschriften proklamiert, die einer kritischen Betrachtung nicht standhalten können.

Die Studien des UBAs zeigen keinesfalls, dass wir Schädlingsbekämpfer und Kanalisationsbetreiber im Rahmen rechtskonformer Nagetierbekämpfungsmaßnahmen Rückstände von Rodentiziden in Gewässern verursachen.

Die Studien des UBAs zeigen, dass veraltete und rechtswidrige Verfahren der Rattenbekämpfung in der Kanalisation zu Einträgen von rodentiziden Wirkstoffen in die aquatische Umwelt führen können.

Regelkonforme Bekämpfungsmaßnahmen, wie das Einhängen von Ködern einige Zentimeter über dem Bankett und dem Entfernen aller nicht angenommen Köder am Ende der Bekämpfungsmaßnahme, führen nicht zu Rückständen in Gewässern. Der Einsatz von Köderschutzstationen, wie vom UBA gefordert, ist nicht erforderlich.

Wir werden auch in Zukunft für Sie eine erfolgreiche Rattenbekämpfung in der Kanalisation zu vertretbaren Konditionen durchführen. Dazu werden wir die Köder weiterhin an einem Draht in den Kanalschacht hängen. Nehmen Sie Kontakt unter unserer Zentralrufnummer 06443 810930 zu uns auf. Wir halten Sie bezüglich der Änderungen der Anwendungsvorschriften auf dem Laufenden.

Rückstände von Rattengift in Gewässern!

Offener Brief an das Umweltbundesamt

Stammen die Rückstände von Rodentiziden in Gewässern wirklich aus der kommunalen Rattenbekämpfung?

 

Das Umweltbundesamt veröffentlichte im Juni 2020 seinen Forschungsbericht über die Ursachen für die Gewässerbelastung mit Rodentiziden. Es kommt dabei zu dem Schluss, dass die Ausbringung von ungeschützten Fraßködern am Draht in Entwässerungssysteme zur Freisetzung von antikoagulanten Rodentiziden ins Abwasser führt und damit eine Hauptursache für die Rückstände in der aquatischen Umwelt darstellt.

Grundlage dieser Schlussfolgerung sind zwei Studien aus den Jahren 2015 und 2018/2019.

Im Jahr 2015 haben 25 kommunale Kläranlagen Rückstände von Rodentiziden in ihren Bioakkumulationsteichen (1) nach der Durchführung von Rattenbekämpfungsmaßnahmen in der Kanalisation untersucht.

2018/2019 wurde an zwei Standorten die Belastung von Abwasser, Belebtschlamm, Schwebstoffen, Sedimentproben u.ä. in Kläranlagen und angrenzenden Fließgewässern während einer kommunalen Rattenbekämpfung untersucht.

Aus dem ersten Forschungsbericht ist zu entnehmen, dass in 14 Gemeinden der 25 teilnehmenden Klärwerke in 2015 eine Rattenbekämpfung in der Kanalisation durchgeführt wurde. Nur an 6 Standorten stimmten die festgestellten Rückstände in den Bioakkulumationsteichen mit den verwendeten Wirkstoffen der Bekämpfung überein. Das bedeutet, in über der Hälfte der teilnehmenden Kläranlagen konnte überhaupt keine Verbindung zwischen der Rattenbekämpfung und den Rückständen in den Kläranlagen nachgewiesen werden. Statistisch ausgewertet bedeutet dieses Ergebnis, es ist wahrscheinlicher, dass es keinen Zusammenhang gibt, zwischen Rattenbekämpfung in der Kanalisation und Rückstände in Kläranlagen. Noch deutlicher stellt sich der fehlende Zusammenhang in einer Gemeinde dar. Hier wurden erhebliche Rückstände in den Bioakkumulationsteichen gefunden, obwohl seit mehr als 10 Jahren keine Rattenbekämpfung in der Kanalisation stattgefunden hat.

Alle Ergebnisse zeigen deutlich, es ist unwahrscheinlich, dass es einen Zusammenhang zwischen den Bekämpfungsmaßnahmen in der Kanalisation und den Rückständen in den Kläranlagen gibt. Vielmehr zeigt die Studie, dass es bedeutende andere Eintragsquellen geben muss, und die Rattenbekämpfung in der Kanalisation nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Auf dieser Faktenlage ist die Schlussfolgerung des UBA, dass die Kanalbeköderung in ihrer derzeitigen Praxis eine Hauptursache für die Freisetzung von Wirkstoffen in die aquatische Umwelt darstellt, in Frage zu stellen.

Die Ergebnisse der zweiten Studie aus 2018/2019 geben ebenfalls keine schlüssigen Hinweise darauf, dass die Rattenbekämpfung in der Kanalisation die Hauptursache für die Belastung der Gewässer mit rodentiziden Wirkstoffen darstellt.

An dem einen Standort wurde ein Versuchsaufbau gewählt, der ein nicht mehr legales Bekämpfungsverfahren beinhaltet. An diesem Standort wurden die nicht gefressenen Giftköder nach der Bekämpfung nicht aus der Kanalisation entfernt. Diese Vorgehensweise ist schon seit vielen Jahren nicht mehr zulässig. Natürlich zerfallen die Köder nach einiger Zeit im Kanalschacht und die Reste finden sich in der Kläranlage wieder. Das ist aber nicht mehr die „derzeitige Praxis“ der Rattenbekämpfung in der Kanalisation in Deutschland, wie vom UBA dargestellt.

Die aktuellen, rechtverbindlich umzusetzenden Vorschriften für die Rattenbekämpfung in der Kanalisation werden in den SPCs (2) der rodentiziden Präparate dargestellt.

Die Köder müssen so in den Kanalschacht gehängt werden, dass sie im Normalbetrieb keinen Kontakt mit dem Abwasser haben, bei außergewöhnlichen Betriebszuständen, wie Starkregen, müssen die Köder gegen Wegschwemmen gesichert sein. Das kann gewährleistet werden, wenn die Köder stabil an einem Draht oder einer Kordel einige Zentimeter über dem Bankett hängen. Die Köder werden alle 2 – 3 Wochen kontrolliert und am Ende der Bekämpfung werden die Köder aus den Kanalschächten entnommen und fachgerecht entsorgt.

Es muss doch in Frage gestellt werden, ob man aus Versuchen mit einem nicht mehr zeitgemäßen, sogar unzulässigen Bekämpfungsverfahren, Rückschlüsse auf aktuelle, rechtkonforme Bekämpfungsmaßnahmen ziehen kann.

Diese Frage wird durch die Untersuchungen des UBAs am zweiten Standort beantwortet. In diesem Fall wurde die Rattenbekämpfung so durchgeführt, wie oben als aktuell und rechtskonform beschrieben. Die Giftköder wurden an einem Draht in den Kanalschacht gehängt und die restlichen Köder wurden am Ende der Bekämpfungsmaßnahme aus den Schächten entnommen. Anschließend wurden keine Rückstände über der Nachweisgrenze in der Kläranlage oder den angrenzenden Gewässern gefunden.

Das sind doch eindeutige Ergebnisse und die Schlussfolgerungen sind zwingend. Veraltete und unzulässige Bekämpfungsverfahren in der Kanalisation führen zu Rückständen der Bekämpfungsmittel in Klärwerken und Gewässern. Eine rechtskonforme Bekämpfungsmaßnahme nach den, aktuell geltenden Vorschrift verhindert den Eintrag der Wirkstoffe in die aquatische Umwelt.

Stattdessen interpretiert das UBA die Rückstände von rodentiziden Wirkstoffen in Fischen ohne ausreichend definierter Herkunft als Indiz, dass die „derzeitige Praxis“ in der Kanalbeköderung eine Hauptursache für die Freisetzung von Wirkstoffen in die aquatische Umwelt darstellt. Die untersuchten Fische ohne Altersbestimmung wurden vor und nach den Studien von Freizeitanglern gefangen.

Zusammenfassend können aus den Studien des UBAs nur zwei Schlussfolgerungen gezogen werden.

Eine aktuell, regelkonforme Rattenbekämpfung in der Kanalisation stellt keine signifikante Quelle für Rückstände in der aquatischen Umwelt dar, auch wenn die Köder an einem Draht in den Schacht gehängt werden.

Für die nachgewiesene Gewässerbelastung mit rodentiziden Wirkstoffen muss es eine andere, bedeutende Quelle geben, die noch identifiziert werden muss.

Leider ist das UBA in persönlicher Korrespondenz nicht auf die spezifischen Widersprüche der Studien eingegangen. Aus diesem Grund wurde der Weg eines offenen Briefes gewählt, um die Ursachen der Rückstände von rodentiziden Wirkstoffen in der aquatischen Umwelt auf breiter Basis zu diskutieren.

gez. Dr. Ulrich Ahrens
Dipl. Biologe und Sachverständiger für Schädlingsbekämpfung (öffentlich bestellt und vereidigt von der IHK)

(1) Bioakkumulationsteiche werden von einigen Kläranlagen betrieben, um Stoffe im Auslass der Kläranlagen nachzuweisen, die sich erst in Organismen anreichern. Dabei werden die Teiche mit 1-sömmerigen Karpfen für sechs Monate besetzt.

(2) SPC (summary of product characteristics) Zusammenfassung der Eigenschaften des Biozidprodukts, SPCs sind zentraler Teil einer jeden Zulassung in der EU und stellen die mit der Zulassung verbundenen Anwendungsvorschrift dar.

Schädlingsbekämpfung im öffentlichen Raum

Das Infektionsschutzgesetz (IFSG) fordert in § 17 die Bekämpfung von tierischen Schädlingen, wenn die Gefahr begründet ist, dass durch sie Krankheiten auf Menschen übertragen werden. Zur Bekämpfung verpflichtet ist i.d.R. der Eigentümer von Liegenschaften, Kanalsystemen, Binnenschiffe u.a.. Die Bundesländer können eigene Rechtsverordnungen erlassen, um die Bekämpfung von tierischen Schädlingen zu regeln. Folgende Bundesländer besitzen Landesverordnungen zur Bekämpfung tierischer Schädlinge:

  • Berlin
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Sachsen-Anhalt
  • Hessen
  • Schleswig-Holstein

In vielen Landesverordnungen werden die tierischen Schädlinge definiert, welche unter den § 17 des Infektionsschutzgesetzes fallen. Im folgenden werden die Tierarten aufgezählt, welche in verschiedenen Landesverordnungen als Schädlinge im Sinne des § 17 des Infektionsschutzgesetzes fallen:

  • Wanderratten
  • Hausratten
  • Ameisen in Gebäuden (insbesondere Pharaoameisen)
  • Hausmäuse
  • Fliegen in gehäuften Vorkommen
  • Zecken in Gebäuden (Taubenzecken)
  • Verwilderte Haustauben

Nach § 17 Infektionsschutzgesetz muß die zuständige Behörde (Ordnungsbehörde) die Bekämpfung von tierischen Schädlingen anordnen, wenn die Gefahr begründet ist, dass durch die Schädlinge Krankheiten übertragen werden. Der Verpflichtet muss der Anordnung nachkommen. Findet eine Schädlingsbekämpfung auf Anordnung nach § 17 Infektionschutzgesetz statt, dürfen nur Präparate verwendet werden, die von der Bundesoberbehörde in der aktuellen Bekannmachung der geprüften und anerkannten Mittel und Verfahren zur Bekämpfung von tierischen Schädlingen nach § 18 Infektionschutzgesetz aufgelistet sind.

Durch die Änderung der Gefahrstoffverordnung 2017 und die Neubewertung der Nagetierbekämpfungsmittel mit blutgerinnungshemmender Wirkung (CLP-Verordnung) haben sich die Sachkundeanforderungen für die Nagertierbekämpfung umfangreich geändert. Seit 3/2018 fallen die meisten handelsüblichen Nagetierbekämpfungsmittel unter den Anhang I Nr. 3 der Gefahrstoffverordnung.

Wer diese Bekämpfungsmittel bei anderen einsetzt, oder nicht nur gelegentlich und in geringem Umfang in eigenen Lebensmittelbetrieb oder in der eigenen Gemeinschafteinrichtung, muß eine anerkannte Sachkunde nach Anhang I Nr. 3 der Gefahrstoffverordnung nachweisen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erläutert, daß das nicht für Landwirte oder Landhändler im eigenen Betrieb zutrifft und auch nicht für Hausmeister oder kommunale Mitarbeiter, die Bekämpfungsmittel in den Liegenschaften ihrer eigenen Wohnungsgesellschaften oder Kanalsystemen ausbringen.

Hier gelten weiterhin die Sachkundenachweise:

  • Sachkunde nach § 4 Tierschutzgesetz
  • Zertifikat über eine Belehrung über Risikominderungsmaßnahmen  beim Ausbringen von Blutgerinnungshemmstoffen
  • Sachkunde zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln

Für alle anderen Anwendungen von Schädlingsbekämpfungsmitteln, bei denen akut toxische Stoffe oder Gemische der Kategorie 1 - 4 oder spezifisch zielorgantoxische Stoffe (STOT) ausgebracht werden, benötigt man folgende Sachkundenachweise:

  • Berufsausbildung als Schädlingsbekämpfer/in nach Berufsausbildungsgesetz
  • oder IHK Geprüfter Schädlingsbekämpfer nach Umschulungsverordnung
  • oder Teilsachkundiger für Gesundheits- und Vorratsschutz nach TRGS 523
  • oder Meister oder Geselle nach alten Recht der DDR
  • oder Teilsachkundiger für die Nagetierbekämpfung nach Anhang I Nr. 3

Die Fortbildung als Teilsachkundiger für die Nagetierbekämpfung mit Anerkennung nach Anhang I Nr. 3 der Gefahrstoffverordnung wird seit 2/2018 von der TÜV-Rheinland Akademie GmbH in Berlin durchgeführt.

Mit der Neuzulassung der rodentiziden Präparate werden die Risikominderungsmaßnahmen (RMM) produktspezifisch in einem eigenen Dokument (SPC) festgelegt. Dort wird bestimmt, daß die Inhaber der Teilsachkunde für die Nagetierbekämpfung mit Anerkennung nach Anhang I Nr. 3 auch die befallsunabhängige Dauerbeköderung durchgführen dürfen, im Schädlingsbekämpfungsbetrieb.

Wir helfen Ihnen bei der der Erlangung der notwendigen Sachkunde. In Zusammenarbeit mit der TÜV-Rheinland Akademie GmbH können wir Ihnen Seminare zur Sachkunde zum Töten von Wirbeltieren mit Zertifikat über eine Belehrung über Risikominderungsmaßnahmen vermitteln.

Informieren Sie sich persönlich bei uns unter der Telefonnummer: 06443 810930

Natürlich führen wir Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im öffentlichen Raum auch als Dienstleistung für Sie aus. Unsere Mitarbeiter verfügen über alle notwendigen Sachkundenachweise und führen die Maßnahmen auf höchstem Sicherheitsstandard, z.B. mit stabilen, manipulationssicheren Köderstationen aus. Unsere Bekämpfungsmaßnahmen sind professionell und erfolgreich.

Informieren Sie sich persönlich über unser Preis/Leistungsverhältnis!